Keine CBD Produkte mehr in Österreich

Sicherlich habt ihr das Raunen der letzten Tage schon mitbekommen: CBD-Produkte wie Öle, Liquids und Kapseln sollen in Österreich ab sofort nur noch in Apotheken angeboten werden dürfen. Damit zeigt unser Nachbarland erneut komplette Ignoranz, was die Gesundheit seiner Bürger angeht. Anwender der, im Vergleich zu herkömmlichen Zigaretten schonenderen Alternative der E-Zigaretten,  werden sich sicherlich erinnern können, was wir damit meinen…

Österreich CBD

Rechtsgrundlage CBD Verbot Österreich

Nach welcher Rechtsgrundlage hat die amtierende Gesundheitsministerin, Beate Hartinger-Klein (FPÖ), diese Entscheidung getroffen? Schließlich enthalten CBD-Produkte nur den, nicht als berauschend wirkenden, Stoff Cannabidiol, der nicht unter die Suchtmittelverordnung fällt.

Naja, wie sollen wir das beschreiben? In diesem Fall ist hier frei nach Pipi Langstrumpf „Ich mache mir die Welt wide wide wie sie mir gefällt“ gehandelt worden. Die Damen und Herren des österreichischen Gesundheitsministeriums ziehen hier für ihre Entscheidung die, nach EU-Gesetzen vorgeschriebene Novel Food Verordnung, für ihren vermeintlich genialen und Existenzen zerstörenden Schachzug heran. Dass nicht mal die EU diese Regelung so engstirnig verfolgt, ist den Damen und Herren offensichtlich egal.

Nur mal kurz zum Verständnis was diese, in unseren Augen wenig praktikable Verordnung so vorschreibt: ein, aus Pflanzen gewonnenes Lebensmittel soll per Antrag einer Kommission vorgelegt werden. Danach entscheidet diese Kommision innerhalb von 7 Monaten (!!!) ob das Lebensmittel auf der sogenannten Unionsliste verzeichnet und somit in Verkehr gebracht werden darf.

Optional können diese Anträge auch der EFSA (Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit) vorgelegt werden (Dauer: ca. 1 Monat). Danach geht es in die Prüfungsphase der EFSA (Dauer: ca. 9 Monate). Erst danach erfolgt die Prüfung der Komission (zur Erinnerung: 7 Monate on Top).

Nochmal zum besseren Verständnis: wenn es dumm läuft, dauert die Zulassung eines Lebensmittels dann 17 Monate… Wow! Achso, reden wir mal über Geld… Wir machen es kurz: laut Stefan Wolyniec, Vorstand des Wirtschaftsverbands Cannabis Austria (WVCA), kann die Zulassung bis zu 500.000 EUR kosten. Wie sagt meine Oma doch immer so schön: Da muss ein armer Bäcker viele Brötchen dafür backen. Nochmal Wow!

Was bedeutet das für die Anwender?

Österreichische Anwender, die von den positiven Eigenschaften der CBD Produkte profitieren, werden ihre Öle und Kapseln ab sofort nur noch auf Rezept erhalten und sie, mit hohen Zuzahlungen, von der Apotheke beziehen müssen. Somit entfällt für viele, aufgrund fehlender finanzieller Mittel, die Möglichkeit, ihren Körper mit natürlichen Stoffen zu versorgen, die ihnen Linderung von Beschwerden ohne Nebenwirkungen ermöglichen. Danke Österreich, danke Frau Beate Hartinger-Klein!

Immerhin dürfen Anwender nach wie vor CBD Blüten und wohl auch Pollinat in Österreich legal von kleineren Anbietern beziehen. Wer allerdings weder Lust auf einen Tee hat, noch Lust hat die Blüten in einem Joint zu konsumieren schaut halt leider in die Röhre…

Regeln müssen sein

Nicht, dass wir uns an dieser Stelle falsch verstehen: wir sind durchaus dafür, dass eine enstprechende Institution damit beauftragt wird, die Qualität von inverkehrgebrachten Nahrungsergänzungsmitteln zu kontrollieren. Nur muss unserer Ansicht nach die Kirche im Dorf gelassen werden und die Kontrollen bezahlbar bleiben und in einem angemessenen Zeitraum stattfinden, damit auch kleinere Unternehmen die Chance haben in einem hart umkämpften Markt zu bestehen. Wir bewegen uns mit großen Schritten auf Endzeitszenarien zu, wie wir sie in Filmen wie Mad Max schon vor Jahren beschrieben bekommen haben: wenn es so weitergeht werden wir ausschließlich von übermächtigen Konzernen versorgt und haben selbst wenig Einfluss auf unsere Versorgung.

Was bedeutet das für uns?

Ganz einfach: wir werden in Zukunft keine unserer CBD Produkte mehr nach Österreich ausliefern.

Wir prognostizieren mal vorsichtig für den deutschen Markt keine einschneidenden Veränderungen. Sicherlich wird noch die ein oder andere Diskussion von bislang wenig beachteten Politikern im Bundestag losgetreten werden. Genau so war es auch, als es um das Verdampfen von E-Liquids ging. Das Ende vom Lied war ein deutlich höherer Verpackungsaufwand und etwas strengere Regularien, gedampft wird heute glücklicherweise in Deutschland immer noch. Im übrigen sitzt einer derer, der damals im Rahmen seines Amtes als EU Präsident am lautesten nach härteren Gesetzen geschrien hat mittlerweile als Abgeordneter der SPD in der Landesliste Nordrhein-Westfalen.