Einheitliche Richtlinien für CBD-Produkte

Die Amerikaner machen es mal wieder vor. Die Lobbyisten des National Industrial Hemp Council of America (NIHC) haben angekündigt, in Ermangelung von Vorschriften der US-amerikanischen Food & Drug Administration (FDA)  einheitliche Richtlinien für CBD-Produkte aufzustellen.

„Komplett ohne Vorgaben durch die FDA entwickelt NIHC seine eigenen Teststandards und Kennzeichnungsprotokolle, von denen die Lobbyisten glauben, dass sie die Verbrauchersicherheit erhöhen und das Recht der Verbraucher auf ordentliche und zuverlässige Information schützen“, sagte NIHC-Präsident und CEO Patrick Atagi in einer Pressemitteilung .

Die Lobbygruppe sagte, dass sie Standards für Tests auf THC, Pestizide, Metalle, Terpene und andere wesentlichen und zur Bestimmung der Pflanzenqualität notwendigen, Pflanzenbestandteile untersucht. Das Programm wird von externen Akkreditierungsstellen abhängen, um zu überprüfen, ob die Labore die Testprotokolle befolgen und die Testausrüstung richtig kalibrieren, und dass diejenigen, die die Tests durchführen, ordnungsgemäß geschult sind, sagte NIHC. Für Produkte, die die Sicherheitsvorgaben erfüllen, wird ein Label angeboten.

NIHC kündigte den Plan während seines Hanf Business Summit 2021 an, der Mitte November in Washington stattfand.

Unklar ist natürlich noch, ob sich diese Regularien auf internationaler Ebene ebenfalls durchsetzen werden und somit auch in Deutschland Gültigkeit finden.

 

Offizielle Stellen haben bis dato versagt

Interessenvertreter haben sich wiederholt über das Versäumnis der FDA beschwert, einen rechtmäßigen Weg zum Markt für CBD-Produkte zu schaffen. Die Situation kennen wir aus Deutschland ebenfalls sehr gut. Die Launenhaftigkeit der inkonsistenten Regeln – oder eben durch falsch ausgerichtete Grenzwerte “Nicht-Regeln” – macht es Herstellern und Verbrauchern unmöglich Produktsicherheit zu erlangen. Nach Ansicht der Lobbyisten (und übrigens auch unserer eigenen nach) wird dadurch viel mehr die Öffentlichkeit fehlgeleitet, ob man bei einem Hanfprodukt von Gesundheitsgefährdung sprechen sollte halten zumindest wir für außerordentlich fragwürdig. 

Zulassung von CBD-haltigen Produkten

Die FDA hat 2018 das verschreibungspflichtige Medikament Epidiolex mit hohem CBD-Gehalt zugelassen, das sich bei Patienten mit Dravet-Syndrom und Lennox-Gastaut-Syndrom, zwei schwächenden Formen der Epilepsie, als wirksam erwiesen hat. Die Agentur muss sich jedoch noch mit CBD-Produkten mit geringer Konzentration wie Tinkturen und Extrakten befassen, die laut CBD-Unternehmen genauso reguliert werden sollten wie andere pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel.

Während die FDA noch keine formellen Regeln für solche rezeptfreien CBD-Produkte erlassen hat, hat die Behörde Richtlinien zum Ermessensspielraum bei der Durchsetzung vorgelegt und Durchsetzungsmaßnahmen ergriffen, Verkaufsstopps erlassen, Produkte beschlagnahmt und Geldbußen festgesetzt, die ihrer Meinung nach zum Schutz der Verbraucher dienen. Klingt quasi ganz ähnlich wie das Vorgehen hierzulanden….

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